Wie man online verlässliche Informationen findet

Wie man online verlässliche Informationen findet

Wann hast Du das letzte Mal ein Lexikon in die Hand genommen, um dir dringende Fragen zu beantworten? Wahrscheinlich ist das Jahre her. Stattdessen öffnest Du Google, tippst deine Frage ein und schaust Dir das erste Ergebnis an, das auftaucht. Oft bietet das Internet aktuellere Informationen als jedes Buch und das ist auch gut so. Vor allem auf dem recht neuen Gebiet der Ernährungswissenschaft ist es wahrscheinlich, dass Aussagen von vor 5 Jahren veraltet oder sogar widerlegt sind. Der knifflige Teil besteht darin, die Tausenden Treffer zu filtern, um zuverlässigen Informationen zu erhalten.

Das Problem liegt darin, dass jeder einfache Antworten bevorzugt. Ist Gluten gut oder schlecht? Ist vegane Ernährung besser als Mischkost? Sind Süßstoffe gefährlich? Viele (Ernährungs-)Themen sind jedoch so komplex, dass sie nicht mit einem einfach Ja oder Nein beantwortet werden können. Oftmals verlangen uns Artikel, die wertvolle Informationen beinhalten, einiges ab und wir müssen uns mit neuen Sachverhalten beschäftigen, um sie zu begreifen. Das ist anstrengend. Einfacher ist es, sich reißerische Überschriften einzuprägen und eine simple Gut/Schlecht-Einschätzung aufzunehmen, ohne ein grundlegendes Verständnis zu erwerben. Es ist einfach, aber auch wertlos.

Wenn Du das nächste Mal auf einen Artikel triffst, versuche folgende Kriterien zu beurteilen, um die Zuverlässigkeit der Informationen einzuschätzen:

  1. Titel – werden schockierende und reißerische Titel verwendet, um zu polarisieren, oder steht die Information im Vordergrund?
  2. Datum – ist der Inhalt aktuell? Jeden Tag werden neue Studien im Ernährungswissenschaftlichen Bereich veröffentlicht! Für vieles gilt: neuer ist besser.
  3. Herausgeber – werden die Informationen von einem Regierungs-/Forschungsinstitut oder einer wissenschaftlichen Website veröffentlicht oder von sozialen Medien (Facebook, Instagram, Twitter) oder einer Nachrichtenwebsite (Bild)?
  4. Informationsdichte – viele Wörter aber wenig Informationen oder wenige Wörter mit vielen Informationen? Entscheiden Sie sich für Letzteres.
  5. Referenzen – werden die Fakten durch externe Referenzen (Links zu wissenschaftlichen Websites oder Studien) bestätigt? Aber: nicht jede zitierte Studie ist gut. Das bloße Angeben von Referenzen ist noch kein Qualitätskriterium.
  6. 10 Kilo in 2 Wochen abnehmen und das ganz ohne Sport? Zu schön um wahr zu sein? Dann ist es höchstwahrscheinlich auch nicht wahr.

Als Beispiel kann ich den Aritkel über Milch empfehlen – hier ist deutlich zu erkennen, wie selbst wissenschaftliche Studien misinterpretiert und zu „Fake News“ umgewandelt werden können.

Zudem ist zu empfehlen, die Recherche nicht auf einen Artikel zu beschränken, sondern sich auf mehreren Seiten oder in Fachliteratur weiterführend zu belesen. So vermeidet man auch, in seiner eigenen Blase gefangen zu sein. Und am besten – einen Experten zu Rate ziehen!

Um entscheiden zu können, wer vertrauenswürdige Informationen liefert und wer nur polarisieren und Aufrufe generieren will, ist es unabdingbar, dass man selbst ein bisschen bescheid weiß. Ernährung ist ein komplexes Thema, doch auch nicht undurchdringlich. Mit ein bisschen Zeit und der richtigen Anleitung, ist es jedem möglich ein Basiswissen aufzubauen, sich sicher in seiner eigenen Ernährung zu fühlen und gute Entscheidungen zu treffen – unabhängig davon, was die Medien einem vormachen wollen. Daher ist es mein Ziel, eine Brücke zwischen komplexen wissenschaftlichen Inhalten und interessierten Lesern zu schlagen, sie zu informieren und ihnen zu helfen, dieses Grundwissen aufzubauen.

Websites, die ich für die Recherche benutze

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